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Herodes entstammt einer vornehmen, wohlhabenden und einflussreichen idumäischen Familie. (Die Idumäer = Edomiter der Bibel siedelten in dem südlichen Judäa.) Er war kein Jude in dem klassischen Sinne, wahrscheinlich wurde seine Familie um 130 v. Chr. unter dem Makkabäer Johannes Hyrkanus zwangsweise zu dem Judentum bekehrt. Obwohl er sich Zeit seines Lebens an die jüdischen Regeln und Riten hielt, und alles unterließ, was den Zorn des jüdischen Volkes oder der jüdischen Obrigkeit hätte hervorrufen können, wurde ihm stets vorgeworfen, dass er kein Jude sei, denn in dem AT steht: »Du sollst nicht einen, der nicht einer deiner Brüder ist, über dich setzen!« also niemanden als Herrscher anerkennen, der nicht Jude ist.
Herodes ist der 2. Sohn von Antipatros und seiner Frau Kypros, einer nabatäischen Araberin. 47 v. Chr. wird Herodes von seinem Vater als Statthalter von Galiläa eingesetzt.
Nachdem Antipatros 43 v. Chr. vergiftet worden war, lässt Herodes den Mörder seines Vaters umbringen. 42 v. Chr. verlobt er sich mit der Hasmonäerin Mariamme , und lässt sich von seiner ersten Frau Doris scheiden.
40 v. Chr. Antigonos und die Parther fallen in Palästina ein. Herodes flieht aus Jerusalem und fährt anschließend das erste Mal nach Rom. Dort wird er zu dem König ernannt.
39 v. Chr.-37 v. Chr. Krieg gegen Antigonos. Nach der Eroberung von Jerusalem und dem Sieg über Antigonos, wird dieser von Marcus Antonius hingerichtet.
36 v. Chr. Herodes macht seinen Schwager Aristobulos zu dem Hohepriester.
32 v. Chr. Beginn des Krieges gegen die Nabatäer und Sieg über sie ein Jahr später.
31 v. Chr. schweres Erdbeben in Palästina. Herodes entscheidet sich gegen seinen Gönner Antonius und für Octavian, den späteren Augustus.
30 v. Chr. Herodes wird auf Rhodos von Octavian als König bestätigt. Außerdem bekommt er weitere Gebiete zu seinem Herrschaftsbereich dazu.
29 v. Chr. Herodes lässt seine Frau Mariamme hinrichten.
28 v. Chr. Herodes lässt Kostobar wegen einer Verschwörung hinrichten. Große Festspiele in Jerusalem, da Herodes ein Theater und ein Amphitheater errichten hat lassen.
27 v. Chr. Attentatsversuch auf Herodes, der aber vorzeitig entdeckt wird. Zu Ehren von Augustus lässt Herodes Samaria ausbauen und zu Ehren des römischen Kaisers in Sebaste umbebezeichnen.
25 v. Chr. Nach einer großen Dürre gibt es eine Hungersnot und Seuchen. Herodes lässt in Ägypten Getreide kaufen und startet damit eine vorbildliche Hilfsaktion. Außerdem erlässt er ein Drittel aller Steuern.
23 v. Chr. Herodes lässt sich in Jerusalem einen Königspalast bauen, weiters die Residenz »Herodeion« in Judäa. Herodes heiratet seine dritte Frau, wieder mit dem Namen Mariamme , sie ist die Tochter des Priester Simon.
22 v. Chr. Beginn des Ausbaues der am Meer gelegenen Stadt Caesarea Maritima und des Hafens. Vom römischen Kaiser bekommt er die Landschaften Trachonitis, Batanäa und Auranitis zu seinem Herrschaftsgebiet dazu.
Um 20 v. Chr. beginnt der prächtige Um- und Ausbau des zweiten Israelitischen Tempels, der daraufhin den Namen Herodianischer Tempel erhält
Um 18 v. Chr. Herodes fährt das zweite Mal nach Rom.
14 v. Chr. Herodes setzt sich für die Juden in Kleinasien und Kyrene ein. Aufgrund der wirtschaftliche Prosperität in Judäa erlässt er ein Viertel aller Steuern. Streit mit seinen Söhnen.
13 v. Chr. Herodes macht seinen erstgeborenen Sohn Antipatros (Sohn von Doris) testamentarisch zu seinem Nachfolger.
12 v. Chr. Da ihm die beiden Söhne (mit der ersten Mariamme) Alexandros und Aristobulos angeblich nachdem Leben trachten, klagt Herodes sie vor dem Kaiser an. Er fährt mit beiden nach Aquileia, wo der Prozess stattfinden soll, doch Augustus kann die drei aussöhnen. Herodes unterstützt die finanziell angeschlagenen Olympischen Spiele und sichert damit ihre weitere Zukunft. Die Nachfolge regelt Herodes so, dass sowohl Alexandros als auch Aristobulos in königlichen Rang erhoben werden, aber Antipatros zu dem Oberkönig wird.
Um 10 v. Chr. Der neugebaute Tempel in Jerusalem wird eingeweiht. Aufständische verbinden sich mit einem nabatäischen Heer und bedrängen Herodes. Dieser kann die Aufständischen und die Nabatäer jedoch besiegen.
9 v. Chr. Die Einweihung von Caesarea Maritima wird zu einem glanzvollen Spektakel mit Festspielen. Infolge des Kriegszuges gegen die Nabatäer fällt Herodes bei Augustus in Ungnade. Wiederum vermutet Herodes, dass Alexandros beZieligt, ihn zu ermorden.
8 v. Chr. Nach einem neuerlichen Verdacht klagt Herodes die Söhne der Mariamme (I.) wegen Hochverrats an. Einerseits kann sich Herodes mit Augustus aussöhnen, andererseits gibt dieser ihm die Erlaubnis gerichtlich gegen seine Söhne vorzugehen.
7 v. Chr. Die Gerichtsverhandlung findet in Berytos (Beirut) vor einem römischen Gericht statt. Die Mariamme-Söhne werden schuldig gesprochen und hingerichtet. Die Erbfolge wird dahingehend geändert, dass Antipatros alleiniger Thronfolger wird. An zweiter Stelle reiht er seinen gleichnamigen Sohn aus der Ehe mit der zweiten Mariamme Herodes ein.
6 v. Chr. Herodes geht mit Härte gegen Pharisäer vor, die verkündet hatten, dass mit der Geburt des Messias, das Ende seiner Herrschaft bevorstünde.
5 v. Chr. Antipatros wird ebenfalls wegen eines beZieligten Mordes an Herodes vor Gericht gestellt. Der Schuldspruch muss erst durch den römischen Kaiser gebilligt werden. Herodes bestimmt seinen Sohn Herodes Antipas aus seiner 4. Ehe mit Malthake zu seinem Thronfolger. Herodes ist bereits von schwerer Krankheit gezeichnet.
4 v. Chr. Junge Thoraschüler zerschlagen nach einem Aufruf von pharisäischen Lehrern den goldenen Adler über dem Haupteingang zu dem Tempel in Jerusalem als angeblich römisches Symbol. Herodes lässt die Schuldigen verhaften, vor Gericht stellen und bestrafen. Kaiser Augustus billigt die Todesstrafe für Antipatros. Herodes lässt ihn hinrichten.
Er ändert nochmals sein Testament: Herodes Archelaos (aus der Ehe mit Malthake) soll als König über das gesamte Reich des Herodes herrschen, während Herodes Antipas (aus der Ehe mit Malthake) und Herodes Philippos (aus der fünften Ehe mit Kleopatra aus Jerusalem nicht zu verwechseln mit der ägyptischen Königin) als Tetrarchen über Galiläa und Peräa , beziehungsweise über Gaulanitis (Golan), Trachonitis , Batanäa und Panias herrschen sollten.
Ende März oder spätestens Anfang April des Jahres 4 v. Chr. stirbt Herodes. Da Augustus sein Testament jedoch nicht bestätigt, bekommt keiner den Königstitel. Jedoch erhalten die drei obgenannten Kinder die ihnen zugedachten Gebiete.
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